Dank Alfred Rauh klappert nach 70 Jahren wieder ein Handwebstuhl in Kleinschwarzenbach

   

Einweihung des historischen Handwebstuhls in Kleinschwarzenbach am 17.08.2017  (Bilderstrecke siehe unten) 

Alfred Rauh (Zweiter von links) hat einen Webstuhl aus dem 19. Jahrhundert in mühevoller Kleinarbeit wieder zum Leben erweckt.

Es ist geplant, einen Workshop zum Thema Handweben abzuhalten, um Interessierten einen Einblick in die Wurzeln

unserer Textilindustrie zu ermöglichen. Vielen Dank an die Firmen Wirth und Hohmann für die Unterstützung der Aktion.

                                                                                                                                                                                     

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Strohdachdecken Weberhaus Kleinschwarzenbach 23-25.06.2017:

 

Fr  9 Uhr                        Fr   9.15 Uhr                Fr    11 Uhr                         Sa   9 Uhr                  Sa    16 Uhr

  

                                                      Sa   18 Uhr                                                                                                          So  11 Uhr 

               Geschichte vom Adelhann, wie 1850 er sein Strohdach erneuert:   Download

          Di    11 Uhr  Geschafft !                        

Bilderstrecke siehe unten

Zusammenarbeit mit dem Oberfr. Textilmuseum Helmbrechts

In Zusammenarbeit mit dem Oberfränkischen Textimuseum Helmbrechts wird momentan daran gearbeitet,

einen grossen funktionstüchtigen Handwebstuhl zusammen zu bauen. Gestiftet hat diesen Frau Fuchs aus Speichersdorf.

Neu: Schulaktion

Zu Besuch bei den alten Handwebern

Ein Wandertag kombiniert mit der

Besichtigung des alten Weberhäuschens

in Kleinschwarzenbach und dem Besuch

des Oberfränkischen Textilmuseums

Download nähere Infos

Das Strohdach fit für den Winter

Vogtland-Blick vom 21.11.2001

KLEINSCHWARZENBACH • "Das ist der erste Winter, in dem man guten Gewissens sagen kann, das Dach ist jetzt top", sagt Edwin Greim nicht ohne Stolz. Eine Selbstverständlichkeit? Nicht unbedingt. Denn das Haus, von dem Edwin Greim spricht, ist ein altes strohgedecktes Weberhaus in Kleinschwarzenbach.

Edwin und Renate Greim haben das Weberhäuschen vor genau 20 Jahren gekauft. "Weil ich aus der Ortschaft stamme, habe ich das Haus schon lange gekannt", erinnert sich Edwin Greim. Nachdem die Besitzerin gestorben war, stand das Haus lange Zeit leer und verfiel immer mehr. Edwin Greim wollte auf keinen Fall riskieren, dass das wunderschöne Haus abgerissen wird. Obwohl er inzwischen in Hof lebt, hat er das Haus kurzerhand gekauft.

Die älteste Dokumentation über einen Eigentümerwechsel stammt aus dem Jahr 1857", erzählt der Hausbesitzer. Er geht aber davon aus, dass das Haus bereits zwischen 1790 und 1820 gebaut wurde. Dennoch ist alles in gutem Zustand: In der gemütlichen Stube stehen ein Ofen, ein alter Webstuhl und ein gemütliches Sofa, an den Wänden hängen Töpfe und Pfannen aus Omas Zeiten. Unter dem Strohdach befinden sich zwei gemütliche Schlafstuben. Die alten Betten mit den dicken Decken laden auch schon mal Nachbars Katze zu einem kleinen Schläfchen ein. Auch die Schränke, Kommoden und anderen Möbel sind gut erhalten und zeigen, mit wie viel Liebe Schreiner schon vor weit über hundert Jahren ans Werk gingen.

Bis das kleine Häuschen allerdings so gut in Schuss war, musste Familie Greim sich kräftig ins Zeug legen: "Als wir das Haus gekauft haben, haben wir zunächst alles notdürftig ausgebessert und das Dach abgedichtet." Ans Dach decken hat bis dahin noch keiner gedacht - wer kennt sich schon heute noch mit alten Strohdächern aus?

Doch Anfang der 90er Jahre knüpfte Edwin Greim Kontakt zu den Kleinlosnitzern, die damals eine Scheune mit Stroh gedeckt haben. "Also habe ich das von Bauern, die dieses Handwerk beherrscht haben, von der Pike auf gelernt." Schnell hatte sich der Hausbesitzer in den Kopf gesetzt, wenigstens den schlechtesten Teil des Daches zu decken.

Zunächst musste aber erst Mal ein geeignetes Saatgut her, denn "das geht nur mit einem bestimmten langstieligen Roggenstroh, das bei uns gar nicht mehr heimisch ist." Bald war auch ein Landwirt gefunden, der ein Feld zur Verfügung stellte und den Roggen dort anbaute. Kaum hatten zehn fleißige Helfer im August die Ernte eingefahren, ging´s auch schon ans Dreschen. Auch hier waren es alte Bauern, die gerne bereit waren, Greim und seinen Helfern ihr Handwerk zu lernen. Nach zehn Tagen harter Arbeit hatten die Drescher genug Material zusammen, um wenigstens die schlimmsten Stellen auszubessern.

Ganz nebenbei erfuhr Edwin Greim, dass es in Oberbayern große Dresch-Meisterschaften gibt. Und weil sie schon mal so gut in Übung waren, beschlossen sie, auch dort ihr Können zu zeigen - "einfach so zur Gaudi". Unter 17 eingespielten Teams kamen die oberfränkischen Drescher immerhin auf den siebenten Platz. "Fürs erste Mal teilnehmen waren wir damit völlig happy."

Rund zwei Jahre später deckte Greim eine ganze Hälfte des Daches, und in diesem Sommer war schließlich auch die zweite Hälfte dran. Endlich musste er keine Bedenken mehr haben, ob das Dach den Winter übersteht, und wo man wieder notdürftig abdichten muss.

Doch auch sonst hat sich im Kleinschwarzenbacher Weberhaus viel getan: "Wir haben uns mit dem Helmbrechtser Textilmuseum zusammengetan und bieten regelmäßig Führungen an", erzählt Edwin Greim. Meistens übernimmt diese Aufgabe der beliebte Heimatdichter Otto Knopf. In dem kleinen alten Häuschen wird deutlich, in welchen bescheidenen Verhältnissen die Weber früher lebten. Doch auch Greims Traum wäre es, bald auch zeigen zu können, wie damals gearbeitet wurde: "Der Webstuhl ist ja da, aber leider gibt es kaum mehr jemanden, der die Handweberei noch so richtig beherrscht." Und vielleicht geht ja auch dieser Traum noch in Erfüllung...

Sandra Kirchmann


Adresse

Weberhaus Kleinschwarzenbach
 Zum Weberhaus 10
95233 Helmbrechts

Öffnungszeiten

Nach Absprache
unter: 09281/2513